Aktuelles vom Windbergbahn e. V. |
| 22.12.2008 | Unterzeichnung des Pachtvertrags für die Windbergbahn |
Ein bedeutsames Ereignis für den betriebsfähigen Erhalt der Windbergbahn (Strecke Freital Ost – Dresden-Gittersee) stellt die Unterzeichnung des Pachtvertrages für diese Strecke zwischen Eigentümer DB Netze AG und Pächter Windbergbahn e. V. am 22.12.2008 dar.
Was ging diesem Ereignis voraus?
Anfang April 2002 hatte die DB Netz AG beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) Antrag auf Stilllegung der Eisenbahninfrastruktur gestellt. Da zu dem Zeitpunkt mehrere Interessenten zur Übernahme der Bahnstrecke existierten, wies das EBA den Antrag der DB Netz AG ab (siehe Meldung). Auf eine Beschwerde der DB Netz AG beim EBA wegen der Ablehnung des Stilllegungsantrags erhielt die DB Netz AG eine erneute Ablehnung mit noch ausführlicherer Begründung. Die DB Netz AG reichte darauf hin am 16. August 2002 Klage gegen das EBA beim Verwaltungsgericht Köln ein.
Mit Verweis auf die ausstehende Entscheidung in dem Gerichtsverfahren war die DB Netz AG zu keinerlei Verhandlungen zur Privatisierung der Windbergbahn bereit. Zwischenzeitlich delegierte das Verwaltungsgericht Köln die Klage an das Verwaltungsgericht Dresden, wo die Klage einige Zeit ruhte.
Anfang November 2006 fand am Verwaltungsgericht in Dresden eine Anhörung mit der DB Netz AG statt. Da das Gericht die Erfolglosigkeit der Klage gegen das EBA aufzeigte, zog die DB Netz AG ihre Klage gegen das EBA zurück. Damit akzeptierte die DB Netz AG auch die Ablehnung des Stilllegungsantrags für die Windbergbahn-Strecke.
Die DB Netz AG schrieb am 23,11.2006 die Strecke Freital Ost – Dresden-Gittersee zur Übernahme durch Dritte aus. Auf der Jahreshauptversammlung am 17.02.2007 hatten die Mitglieder des Windbergbahn e. V. beschlossen, dass sich der Verein für die Übernahme der Strecke bewerben wird (siehe Meldung).
Da der Verein sich als einziger Interessent zur Übernahme der Strecke gemeldet hatte, begannen die Verhandlungsgespräche zwischen Vertretern der DB Netz AG und Vertretern des Vorstands vom Windbergbahn-Verein. Parallel zu den Gesprächen waren verschiedene Gutachten (Strahlenbelastung, Brückenzustand, ) anzufertigen.
Der Kompromissbereitschaft der Verhandlungspartner ist es zu verdanken, dass die Gespräche wegen strittiger Punkte nicht vorzeitig abgebrochen sondern letztlich bis zur Unterzeichnung des für beide Seiten akzeptablen Pachtvertrages fortgesetzt wurden.
Da der Verein erst die Konzession als Eisenbahninfrastrukturunternehmen erlangen muss, wird der Vertrag erst nach dem Erfüllen dieser Voraussetzung am 30. Juni 2009 wirksam.
Bevor der erste Museumszug auf Deutschlands ältester Gebirgsbahn fahren kann, muss die Strecke in einen betriebsfähigen Zustand gebracht werden. Je mehr Hilfe der Verein durch freiwillige Helfer bei den Arbeitseinsätzen und durch Sponsoren erhält, umso früher ist das zu schaffen.
Im Pachtvertrag ist auch festgeschrieben, dass die DB Netze AG den beim Umbau der Sachsenmagistrale "vergessenen" Anschluss der Windbergbahn an die Strecke Dresden – Tharandt wieder herstellen muss.